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Kleine Hundeschule...
... Lernen, oder was?
Was muss der Hund lernen, um ein angenehmer
Zeitgenosse zu sein, den man überall mit hinnehmen kann?
Gar nicht mal so viel, wenn einige Dinge beachtet werden.
Zur Hundeerziehung gehört allerdings
mehr als stures Einpauken von Grundkommandos. Wichtiger noch
ist das „Drumherum“, also die Art und Weise, wie
Sie mit Ihrem Hund umgehen und wie der Hund Sie und seine
Umwelt erlebt.
Der Hund muss Sie als verantwortungsvollen Rudelboss kennen
lernen. Sie wiederum müssen lernen, mit Ihrem Hund so
zu kommunizieren, dass Ihr Hund versteht, was Sie von ihm
wollen.
Deshalb folgt jetzt ein bißchen Theorie, bevor es ernst
wird mit dem Üben! |
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Sozialisierung
Die beste Voraussetzung für einen
gut erzogenen Hund ist frühzeitige Sozialisierung. Sozialisierung
heißt, die bewusste Gewöhnung des Hundes an alle
möglichen Situationen, die ihm in seinem Hundeleben begegnen
können. Packen Sie Ihren Welpen nicht in Watte, sondern
fördern sie den Kontakt mit - freundlichen - Artgenossen.
Besuchen Sie Welpenprägungsveranstaltungen. Auch der
Kontakt mit möglichst unterschiedlichen Menschen ist
wichtig. Lassen Sie Ihren Hund mit Kindern zusammen,
- natürlich immer unter Aufsicht und ohne den Welpen
zu überfordern! Gewöhnen Sie den Welpen ans Auto
fahren, auch Bahn fahren kann nicht schaden. Nehmen Sie den
Hund mit in die Stadt oder ins Restaurant, - selbstverständlich
ohne den Welpen zu überanstrengen.
Ein Hund, der frühzeitig mit unterschied-lichen Situationen
konfrontiert wird, kann lernen, dass die Welt um ihn herum
für ihn nicht bedrohlich ist. Ein gut sozialisierter
Hund ist ein selbstsicherer Hund, der zumindest durch Umgebungsvariablen
nicht aus der Ruhe zu bringen ist.
Rangordnung
Ein weiterer Punkt, der maßgeblich dazu beiträgt,
dass Ihr Hund auf sie hört, ist die Rangordnung im Menschen-Hunderudel.
Es muss von Anfang an klar sein, dass Sie das Sagen haben.
Ihre Spielregeln gelten, und es ist Ihre Aufgabe, konsequent
und souverän auf deren Einhaltung zu bestehen.
Eine klar definierte häusliche Rangfolge gibt dem Hund
Sicherheit und schafft Vertrauen in Sie als Rudelführer.
Kommunikation
Wenn Sie Ihrem Hund etwas beibringen wollen, müssen Sie
darauf achten, dass der Hund Sie überhaupt versteht.
Natürlich können sich Hunde verbale Kommandos merken,
- im Laufe der Zeit auch viele andere Worte - aber um mit
einem Wort eine bestimmte Handlung des Hundes zu verknüpfen,
bedarf es etwas Fingerspitzengefühl, - und das Wissen
um richtiges Timing. Der Hund verbindet eine Reaktion seines
Menschen nämlich immer mit dem, was er gerade getan hat.
Für den Menschen heißt das, richtiges Verhalten
sofort belohnen, falsches Verhalten sofort tadeln.
Klingt einfach, wird aber erstaunlich oft missachtet. Der
Hund, der nach erfolgreichem Ausbüchsen fröhlich
zurückkommt und anschließend eine Standpauke erhält,
wird nie im Leben kapieren, dass er fürs Ausbüchsen
bestraft wird. Dieser Hund lernt, dass er für's Zurückkommen
bestraft wird. Und nein, Hunde haben kein schlechtes Gewissen,
wie mancher glauben mag. Der Hund, der unterwürfig zu
seinem Menschen zurückgeschlichen kommt, ist sicher schon
häufiger aus seiner Sicht grundlos bestraft worden.
Der Mensch ist wütend und der Hund zeigt Beschwichtigungsverhalten,
das ist alles. In diesem Beispiel ist so ziemlich alles schiefgelaufen,
was schief laufen kann, - die Strafe stand in keinem zeitlichen
Bezug zur ungewollten Handlung und hatte damit überhaupt
keinen Effekt. Also, zeitnah loben oder strafen, - und wenn
man das verpasst hat, lieber auf die nächste Gelegenheit
warten. Wenn Sie mit Ihrem Hund sprechen, müssen Sie
dazu nicht Ihre Stimme erheben und laut werden. Hunde hören
sehr gut, auch leise Worte. Besser ist es, den Klang der Stimme
zu variieren. Eine, hohe, fröhliche Stimme zum Loben,
eine tiefere Stimmlage zum Tadeln benutzen.
Nicht nur Worte, sondern auch Körpersprache gehört
zur Kommunikation mit Ihrem Hund. Sie können sich das
zunutze machen, indem Sie von Anfang an lernen, zum Beispiel
Handzeichen als Ergänzung zu gesprochenen Kommandos einzusetzen.
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| Grundkommandos
Natürlich muss der Hund auch
lernen, gewisse Grundkommandos zu befolgen.
Am besten schon spielerisch beim Welpen beginnen. Loben nicht
vergessen und nur wenige Minuten am Stück üben,
weil sich Ihr Welpe anfangs noch nicht lange konzentrieren
kann. Man muss darauf achten, dass Kommandos so lange gelten,
bis sie von Ihnen aufgehoben werden, z.B. mit „Lauf“
oder Ähnlichem. Nützlich ist, parallel zum gesprochenen
Wort Sichtzeichen, oder gegebenenfalls einen entsprechenden
Pfiff fürs Herkommen und Abstoppen einzuführen,
um auch auf Distanz auf den Hund einwirken zu können
ohne laut zu brüllen. Lieber öfter mal kurz üben,
- auch später zur Absicherung des bereits Erlernten,
als den Hund mit monotonen Wiederholungen zu langweilen. Lassen
Sie sich nicht entmutigen, wenn die eine oder andere Übung
nicht sofort funktioniert. Hinterfragen Sie zunächst
Ihre Trainingsmethoden. Fehler liegen fast immer bei Ihnen,
nicht bei Ihrem Hund!
Ganz wichtig: seien Sie selbst mit
Freude und Begeisterung bei der Sache.
Das motiviert auch Ihren Hund.
Also auf zum praktischen Teil! |
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„Hier“
Eines der ersten und wohl das wichtigste Kommando, das Ihr
Hund lernen sollte.
Am besten beginnt man das „hier“, im Zusammenhang
mit dem Namen des Welpen, dann einzuführen, wenn Ihr
Hündchen ohnehin in Ihre Richtung läuft, - zu Hause
lässt sich Ihr Welpe ganz bestimmt mit der Futterschüssel
locken.
Weil Welpen über einen natürlichen Folgetrieb verfügen,
wird ihr Hund Ihnen wahrscheinlich ohnehin hinterherlaufen,
vor allem draußen, in unbekannter Umgebung. Dies können
Sie sich zunutze machen und mit dem Kommando „hier“
verknüpfen. Manchmal kann es nützlich sein, sich
vom Hund zu entfernen oder sich zu verstecken, damit er lernt,
auf Sie zu achten. Loben und Belohnen nie vergessen!
Schimpfen Sie auch später nie mit dem Hund, wenn er zu
Ihnen kommt, ganz gleich, was eben noch passiert ist. Für
den Hund muss es immer etwas Positives bedeuten, wenn er zu
Ihnen kommt, selbst dann, wenn Sie eigentlich sauer sind.
Loben und belohnen Sie Ihren Hund, spielen Sie selbst mit
Ihm, machen Sie sich interessant. Kira, die meistens ziemlich
gut hört, würde für ein Ballspiel mit ihren
Menschen alles andere stehen und liegen lassen.
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„Sitz“
„Sitz“ lässt sich für den Welpen
besonders gut mithilfe von Futter erlernen. Das kann ein Leckerli
sein, oder auch der Futternapf. Halten Sie das Futter so hoch,
dass Ihr Hündchen aufschauen muss. In den meisten Fällen
setzt er sich nun von alleine hin. Sie müssen nun zeitgleich
das Kommando „Sitz“ geben, - und natürlich
loben, damit Ihr Welpe versteht, dass er etwas Richtiges gemacht
hat.
Hilfreich ist es, gleichzeitig zum verbalen Kommando ein Handzeichen,
zum Beispiel der nach oben gestreckte Zeigefinger, einzuführen.
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„Platz“
Das Erlernen kann spielerisch schon beim Welpen beginnen,
am besten mit Hilfe eines Leckerli, das an der Hundenase vorbei
bis zum Boden geführt wird.
Legt sich der Hund hin, das Kommando „Platz“ anwenden
und natürlich loben.
Es empfiehlt sich, auch hier ein entsprechendes Handzeichen
- Handfläche horizontal zum Boden gehalten - mit zu üben.
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„bei Fuß“
Bei „Fuß“ ist die Position links
neben dem Menschen, bestenfalls so, dass sich Hund in Schulterhöhe
dicht neben seinem Menschen befindet. Am besten mit Leckerlie
üben, dem Hund vor die Nase halten, Blickkontakt herstellen,
Kommado "Fuss", loben! Versuchen Sie, die Aufmerksamkeit
des Hundes auf sich zu lenken, mit Ihrer Stimme - hoch und
freudig, mit Leckerlie, nicht mit Gewalt oder Druck! Zwar
übt man bei "Fuß" am Anfang am Besten
angeleint, aber nur, damit Hund auch ganz sicher an der richtigen
Stelle bleibt. Die Leine sollte niemals straff gespannt sein!
Denn: Druck erzeugt Gegendruck. Wenn Sie an der Leine ziehen,
zieht ihr Hund auch, nur in die andere Richtung. Wenn der
Hund zieht: Stehen bleiben. Ziehen darf nicht zum Erfolg führen!
Und ja: man braucht dabei bisweilen schon Geduld.
Das Schwierigste: Die Aufmerksamkeit des Hundes zu halten
Hilfreich dabei:Tempowechsel, Richtungswechsel, stehen bleiben,
kurz: das für den Hund an sich eher langweilige Fuß
Üben spannend gestalten.
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„Bleib“
Ein Kommando, das etwas umstritten ist. Eigentlich
nicht nötig, weil alle anderen Kommandos wie etwa „Sitz“
oder „Platz“ ohnehin gelten sollten, bis sie aufgehoben
werden. Trotzdem kann „Bleib“ ganz nützlich
sein, wenn Hund nur eben mal warten soll, - zum Beispiel im
Auto, das Hund nur auf Kommando verlassen darf.
Bleib beim sitzenden oder liegenden Hund anfangs mit ganz
kurzer Distanz beginnen. Hund angeleint lassen, Kommando "bleib"
plus Handzeichen, z.B. die gespreizte Hand, einen Schritt
vom Hund entfernen. Zurück zum Hund, loben. Distanz ganz
langsam erweitern, nicht übermütig werden und zu
schnell zu viel wollen, denn dann sind Fehler vorprogrammiert
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„Aus“
„Aus“ bedeutet, dass der Hund einen Gegenstand,
den er im Maul hält, hergibt. Das ist nicht nur beim
Apportieren, bzw. Spielen wichtig, sondern auch dann, wenn
dr Hund unterwegs etwas Verbotenes aufgenommen hat.
Eine Möglichkeit, Ihrem Hund das „Aus“ -
geben beizubringen, ist, ihm ein Leckerli im Tausch für
seine Beute anzubieten. Am besten zu Hause beim Spielen üben.
Ihr Hund muss sich von Ihnen Beute kommentarlos abnehmen lassen,
auch aus dem Maul. Wenn Sie irgendwann einmal feststellen,
dass Sie Angst haben, Ihrem Hund Beute abzunehmen, wenden
Sie sich umgehend an einen erfahrenen Hundeausbilder. Angst
vor dem eigenen Hund darf nicht sein und führt mit Sicherheit
zu Problemen!
Oft hört man Hundehalter ja auch dann „Aus“
rufen, wenn ihr Hund etwas bleiben lassen soll. Ich habe das
nie verstanden. Für unsere Hunde zumindest ist „Aus“
ein wertneutrales Kommando, wie alle anderen auch. „Aus“
bedeutet hergeben, sonst nichts.
Wenn Hündchen etwas bleiben lassen soll, heißt
es einfach nur „Nein!“
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"In die Hand"
Im Zusammenhang mit "aus" haben
wir unseren Hunden beigebracht, uns Dinge nicht bloß
vor die Füße zu werfen, sondern "in die Hand"
zu geben.
Das ist gar nicht mal so schwer zu lernen. Wenn der Hund etwas
apportiert, die offene Hand entgegenhalten, Kommando "in
die Hand". Anfangs auch "aus, in die Hand".
Das Apportel sollte in der Hand landen. Große Freude,
dickes Lob. Nichts Anderes mehr akzeptieren, nichts selbst
aufnehmen, lieber einen Schritt zurücktreten, Hand hinhalten,
Kommando geben.
Hunde kapieren schnell, dass zum Beispiel das Ballspiel nur
nach erfolgreichem "in die Hand" geben weitergeht.
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"Nein"
Ganz wichtig. Bei uns gibt es kein pfui, für Verbotenes,
"aus" ist ein positiv besetztes Kommando fürs
Hergeben. Um etwas zu verbieten reicht ein einziges Kommando
völlig aus: "nein!"
Sie können natürlich auch pfui oder was immer Sie
wollen nehmen, aber ein Verbotskommando reicht völlig aus.
Damit "Nein" auch im Ernstfall klappt, läßt
es sich tatsächlich üben. Eine einfache Übung:
ein Leckerlie in Hundenähe legen, wenn der Hund es nehmen
möchte, "nein", am besten mit ruhiger, tiefer
Stimme. Bestimmt, nicht zornig! Wichtig ist, dass Hund das Leckerlie
jetzt nicht bekommen darf. Also wenn nötig Hund anleinen
oder Leckerlie in der Hand behalten. Wenn Hund brav und geduldig
wartet, loben, loben, loben. Wichtig:
Nehmen Sie diese Übung ernst! Sie dient nicht dazu, den
Hund zu ärgern, also nicht, ätsch, kriegste nicht,
mit Leckerlie vor der Hundeschnauze herumfuchteln.
Auch nicht täglich üben.
Ein ernstgemeintes "Nein", das im Alltag funktioniert,
hält Ihren Hund auch davon ab, Ekliges von der Straße
zu Fressen und kann gegebenfalls Leben retten, wenn mal wieder
irgend ein Irrer Giftköder ausgelegt hat. |
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